Jüdische Identität

Mai 2021

 

Wir freuen uns, dass unser Projektantrag, ein Beitrag zum Jüdischen Festjahr 2021,  am 24. April 2021 bewilligt wurde. Somit können die Vorbereitungen beginnen.

Jüdische Identität im Kontext europäischer Kultur-Geschichte

Gesprächskonzert, musikalisch-szenische Lesung, Kunst-Ausstellung. Workshops

Veranstaltungsort: Tschechische Botschaft in Berlin. Datum: NN

 

Mitwirkende: Viktor Naimark. Kunst-Ausstellung. Berliner Ensemble Zwockhaus unter der Leitung von Winfried Radeke. Szenisch-musikalische Präsentation des Room 28 Erinnerungsprojektes in der Regie von Olek Witt. Konzeption und Projektleitung: Hannelore Brenner

Unser Projekt

Wäre Hitler nicht gewesen, hätte das Judentum für viele der „Mädchen von Zimmer 28, Ghetto Theresienstadt, L 410“ keine besondere Rolle gespielt. Sie kamen aus assimilierten Familien. Erst durch die fortschreitende Entrechtung mussten sie sich fragen: „Was ist schlecht daran, eine Jüdin zu sein?“

Jüdische Identität im Kontext europäischer Kultur-Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts und der Gegenwart - dieses Topos wird bei unserer gemeinsam mit der Tschechischen Botschaft geplanten Veranstaltung in unterschiedlichen Genres – Musik (Ensemble Zwockhaus), Theater (Regisseur Olek Witt) und Bildende Kunst (Viktor Naimark) – und vor dem Hintergrund der Geschichte der „Mädchen von Zimmer 28“ zum Klingen und zum Leuchten kommen.

Exodus. Von Viktor Naimark

Viktor Naimark. Das Jüdische in der europäischen Kunst

Kunst-Ausstellung
Viktor Naimark ist der Sohn eines der "Mädchen von Zimmer 28", Evelina Merová. In seiner Kunst spiegelt sich die Auseinandersetzung mit seinen jüdischen Wurzeln, mit jüdischer Tradition, Kunst, Kultur und Geschichte im europäischen Kontext.

1991 übersiedelte Viktor Naimark von St. Petersburg nach Frankfurt am Main,  wo er als freischaffender Künstler tätig ist. Seine Werke zeugen von intensivem Schaffen und einer passionierten Auseinandersetzung mit seiner jüdischen Identität. „Ich begreife die jüdische Kultur nicht als ein geschlossenes folkloristisches Element, sondern als Teil der europäischen Kunstgeschichte.“

Als Beitrag zum „Festjahr 2021 – 1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland“ wird Viktor Naimark eine Reihe von fotografisch-bildnerischen Installationen erschaffen, die alttestamentarische Geschichten, mythologische Motive, Elemente und Themen in eine moderne zeitgenössische Formensprache verwandeln und eine Kunst zum Leuchten bringen, die sowohl sein Verwurzelt-Sein in der jüdischen Kultur und Geschichte wie auch sein Beheimatet-Sein im großen freien Raum europäischer Kunst und Kultur und seinen Dialog zwischen diesen Welten bezeugen. Dass es in der geistig-künstlerischen Sphäre nicht um Abgrenzung und Festschreibung und schon gar nicht um Klischees geht, sondern viel mehr um Transzendierung des Vordergründigen, um Sichtbarmachung des Gehalts, des Sinns und der vielen offenen Fragen dahinter - diese Überzeugung korrespondiert mit Naimarks künstlerischer Technik, die sich zwischen figürlichen und abstrakten Darstellungen bewegt und eine Illusion der Räumlichkeit, der Perspektive und Farbe schafft. Viktor Naimark, Ein jüdischer Künstler. Jüdisches Europa

Hannelore Brenner. Olek Witt. Musikalisch-Szenische Performance mit jungen Menschen

Theater. Musikalisch-szenische Performance

Das seit 2004 gewachsene multimediale Erinnerungs- und Kulturprojekt basiert auf vier Grundelementen: dem Buch, dem Theaterstück und der Ausstellung „Die Mädchen von Zimmer 28“ und auf dem originalen Theresienstädter Tagebuch von Helga Pollak-Kinsky.

Basieriend auf einer von  Hannelore Brenner entwickelten Textvorlage in Verbindung mit  O-Tönen der Überlebenden von Zimmer 28 vermitteln wir in Form einer szenisch-musikalischen Darbietung in der Regie von Olek Witt mit jungen Menschen die Botschaften der "Mädchen von Zimmer 28". Wir machen die große pädagogische, künstlerische und menschliche Strahlkaft der Geschichte dieser Mädchen erlebbar - Zimmer 28, eine Keimzelle der Menschlichkeit.

Zwischen 2004 und 2017 vermittelte Hannelore Brenner in unzähligen Lesungen, gemeinsam mit Überlebenden von Zimmer 28, im Besonderen mit der Tagebuchschreiberin Helga Pollak-Kinsky, die Geschichte dieser Mädchen. Olek Witt nahm sich ab 2014 in drei Theater-Produktionen der Geschichte der "Mädchen von Zimmer 28" und dem Theresienstädter Tagebuch von Helga Pollak-Kinsky an und brachte das Thema auf innovative Weise auf die Bühne.

Fragen wie die von Anna Hanusová (1930-2014) stehen bi unserer Performance im Mittelpunkt: „Was ist schlecht daran, eine Jüdin zu sei?“ Und: Was ist das überhaupt: jüdisch? Und wir fragen uns: Was macht die Strahlkraft des Projektes aus? Welche Botschaften haben uns die "Mädchen von Zimmer 28" hinterlassen?

Ensemble "Zwockhaus"

Winfried Radeke, Andreas Jocksch, Maria Thomaschke

Musik. The Best of... Friedrich Holländer, Kurt Weill, Mischa Spoliansky, Oscar Strauß, Musiker der Familie Fall, Paul Abraham,  Richard Heymann, Willy Rosen:

In den letzten Jahren mit dabei: Nikolai Orloff am Klavier. Der aus Minsk stammende Pianist, der seit 1997 in Berlin lebt, ist seit 2009 Lehrbeauftragter für musikalische Arbeit im Studiengang Musical/Show der Universität der Künste und seit 2011 Dozent für Liedinterpretation an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“.

 

Das Ensemble „Zwockhaus“ nimmt sich der im Dritten Reich verfolgten, vertriebenen und ermordeten Musikschaffenden und Textdichter/innen an. Aus ihren zahlreichen Programmen mit Songs der 1920er und 30er Jahre wird das Ensemble unter der Leitung von Winfried Radeke "The Best of..." zum Kingen bringen.

Winfried Radeke (Regisseur, Pianist, Komponist, Mitbegründer der Neuköllner Oper),  der all die Lieder erforschte, sie neu arrangierte und sie über ein Jahrzehnt gemeinsam mit Maria Thomaschke (Interpretin) und Andreas Jocksch (Interpret) auf die Bühne brachte, moderiert das Programm und sucht Antworten auf die Frage: Gibt es "das Jüdische" in den Werken dieser Musikschaffenden der 1920er und 1930er Jahre und wenn ja, worin besteht es? Inwieweit spielt das europäische und das kosmopolitische Moment eine Rolle, wodurch manifestiert es sich? Wie veränderte sich das Schaffen dieser Musiker im Spannungsfeld von Aufklärung, Assimilation und zunehmender Ausgrenzung in den 1930er Jahre?

Informationen zum Programm der Room 28 Projects & Zwockhausmit dem Tagebuch von Helga Pollak-Kinsky im Mittelpunkt, finden Sie hier.

Workshops

Pädagogischer Workshop. Im Rahmen des Projektes ist ein Workshop in Berlin mit dem pädagogischen Team um Alexander Wolf und weiteren Verbündeten geplant sowie ein Zukunftsworkshop mit Thomas Rietschel und der Frage: Wie geht es weiter mit Room 28 e.V. und dem Projekt: "Das Vermächtnis der Mädchen von Zimmer 28"?

Room 28 Education

Das Room 28 Bildungsprojekt ist ein eigenständiges, internationales Projekt. Es gibt daher eine eigene Website: www.room28education.net

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