In Planung für 2021

Jüdische Identität im Kontext europäischer Kultur-Geschichte

Ein Beitrag zum Festjahr 2021 - 1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland

Gesprächskonzert, musikalisch-szenische Lesung,

Kunst-Ausstellung

Veranstaltungsort: Tschechische Botschaft in Berlin

Mitwirkende: das Berliner Ensemble „Zwockhaus“ unter der Leitung von Winfried Radeke. Szenisch-musikalische Präsentation des Room 28 Erinnerungsprojektes in der Regie von Olek Witt. Kunst-Ausstellung von Viktor Naimark

Konzeption und Projektleitung: Hannelore Brenner

Wäre Hitler nicht gewesen, hätte das Judentum für viele der „Mädchen von Zimmer 28, Ghetto Theresienstadt, L 410“ keine besondere Rolle gespielt. Sie kamen aus assimilierten Familien. Erst durch die fortschreitende Entrechtung mussten sie sich fragen: „Was ist schlecht daran, eine Jüdin zu sein?“

Jüdische Identität im Kontext europäischer Kultur-Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts und der Gegenwart - dieses Topos wird bei unserer in der Tschechischen Botschaft geplanten Veranstaltung in unterschiedlichen Genres – Musik (Ensemble Zwockhaus), Theater (Regisseur Olek Witt) und Bildende Kunst (Viktor Naimark) – und vor dem Hintergrund der Geschichte der „Mädchen von Zimmer 28“ zum Klingen und zum Leuchten kommen.

Viktor Naimark. Das Jüdische in der europäischen Kunst

Exodus. Von Viktor Naimark

Kunst-Ausstellung

Viktor Naimark ist der Sohn eines der "Mädchen von Zimmer 28", Evelina Merová. In seiner Kunst spiegelt sich die Auseinandersetzung mit seinen jüdischen Wurzeln, mit jüdischer Tradition, Kunst, Kultur und Geschichte im europäischen Kontext.

1991 übersiedelte Viktor Naimark von St. Petersburg nach Frankfurt am Main,  wo er als freischaffender Künstler tätig ist. Seine Werke zeugen von intensivem Schaffen und einer passionierten Auseinandersetzung mit seiner jüdischen Identität. „Ich begreife die jüdische Kultur nicht als ein geschlossenes folkloristisches Element, sondern als Teil der europäischen Kunstgeschichte.“

Als Beitrag zum „Festjahr 2021 – 1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland“ wird Viktor Naimark eine Reihe von fotografisch-bildnerischen Installationen erschaffen, die alttestamentarische Geschichten, mythologische Motive, Elemente und Themen in eine moderne zeitgenössische Formensprache verwandeln und eine Kunst zum Leuchten bringen, die sowohl sein Verwurzelt-Sein in der jüdischen Kultur und Geschichte wie auch sein Beheimatet-Sein im großen freien Raum europäischer Kunst und Kultur und seinen Dialog zwischen diesen Welten bezeugen. Dass es in der geistig-künstlerischen Sphäre nicht um Abgrenzung und Festschreibung und schon gar nicht um Klischees geht, sondern viel mehr um Transzendierung des Vordergründigen, um Sichtbarmachung des Gehalts, des Sinns und der vielen offenen Fragen dahinter - diese Überzeugung korrespondiert mit Naimarks künstlerischer Technik, die sich zwischen figürlichen und abstrakten Darstellungen bewegt und eine Illusion der Räumlichkeit, der Perspektive und Farbe schafft.

www.viktor-naimark.com/

Viktor Naimark, Ein jüdischer Künstler. Jüdisches Europa

 

Olek Witt. Musikalisch-Szenische Performance mit jungen Menschen

Performance von Olek Witt. Regisseur

Theater. Musikalisch-szenische Performance

Das seit 2004 gewachsene multimediale Erinnerungs- und Kulturprojekt basiert auf vier Grundelementen: dem Buch, dem Theaterstück und der Ausstellung „Die Mädchen von Zimmer 28“ und auf dem originalen Theresienstädter Tagebuch von Helga Pollak-Kinsky.

Gemeinsam mit jungen Menschen vermittelt der Regisseur Olek Witt in Form einer szenisch-musikalischen Darbietung die Botschaften der "Mädchen von Zimmer 28" und macht die große pädagogische, künstlerische und menschliche Strahlkaft der Geschichte dieser Mädchen erlebbar.  Zimmer 28 -  eine Keimzelle der Menschlichkeit.

Leitmotivisch für die Performance ist die Frage von Anna Hanusová, eines der „Mädchen von Zimmer 28“ (1930-2014): „Was ist schlecht daran, eine Jüdin zu sei?“ Und: Was ist das überhaupt: jüdisch? Was bedeutet es heute?

Olek Witt hat sich bereits in drei Produktionen der Geschichte der "Mädchen von Zimmer 28" und dem Theresienstädter Tagebuch von Helga Pollak-Kinsky angenommen und auf innovative Weise das Thema, im Besonderen die immanenten Kernbotschaften, auf die Bühne gebracht.

https://die-buehne.tu-dresden.de/spielplan/was-ist-das-herz-unserer-welt/

http://www.olekwitt.de/en/was-ist-das-herz-unserer-welt/

Und der Regen rinnt... Friedrichshafen, Kiesel

 

Ensemble "Zwockhaus"

Winfried Radeke, Andreas Jocksch, Maria Thomaschke. Foto©Evelin Frerk

Musik. Gesprächskonzert

Das Ensemble „Zwockhaus“ nimmt sich der im Dritten Reich verfolgten, vertriebenen und ermordeten Musikschaffenden und Textdichter/innen an. Aus ihren zahlreichen Programmen mit Songs der 20er und 30er Jahre - u.a. Friedrich Holländer, Mischa Spoliansky, Oscar Strauß, die Musikerfamilie Fall, Paul Abraham, Kurt Weill -  sowie mit Liedern des Theresienstädter Kabaretts und von Ilse Weber -  wird das Ensemble unter der Leitung von Winfried Radeke  "The Best of..." zum Kingen bringen. Radeke, der all die Lieder erforschte, sie neu arrangierte und auf die Bühne brachte, gestaltet ein Gesprächskonzert zum Thema: Gibt es "das Jüdische" in den Werken dieser Musikschaffenden der 1920er und 1930er Jahre und wenn ja, worin besteht es? Inwieweit spielt das europäische und das kosmopolitische Moment eine Rolle, wodurch manifestiert es sich? Wie veränderte sich das Schaffen dieser Musiker im Spannungsfeld von Aufklärung, Assimilation und zunehmender Ausgrenzung in den 1930er Jahren?

www.zwockhaus.de

Auswahl: Paul Abraham in der Neuköllner Oper Berlin

Kabarett in Theresienstadt in Bad Arolsen

Theresienstadt Abend in Syke

Die jüdische Familie Fall

Leid & Lied. Musik aus Theresienstadt in der Neuköllner Oper

 

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